Der Übergang ins neue Jahr ist überall in Europa Anlass, die Erneuerung mit lokalen Bräuchen zu feiern, die manchmal überraschend, manchmal humorvoll, aber immer hoffnungsvoll und gesellig sind. Ob man nun in Frankreich bleibt oder mit dem Wohnmobil über die Grenze nach Spanien, Portugal, Deutschland oder Belgien fährt, jedes Land hat seine eigenen Rituale, die manchmal aus jahrhundertealter Folklore stammen.

In Frankreich steht Silvester ganz im Zeichen der Gastronomie. Man genießt gemeinsam ein festliches Mahl mit Foie gras, Austern, Räucherlachs oder regionalen Spezialitäten, bevor man um Mitternacht unter dem Mistelzweig anstößt. In der Bretagne genießt man Buchweizenpfannkuchen, während im Elsass ein reichhaltiges Sauerkrautgericht die kalten Abende wärmt. Um Mitternacht tauscht man Küsse aus, zündet ein Feuerwerk und tanzt oft bis in die frühen Morgenstunden.

In Spanien wird der Übergang ins neue Jahr von einer kulinarischen Tradition begleitet: Man isst zwölf Weintrauben im Rhythmus der zwölf Glockenschläge um Mitternacht. Jede Traube symbolisiert einen kommenden Monat, und wenn man sie rechtzeitig hinunterschluckt, bringt das Glück. Dieser Brauch, las doce uvas de la suerte, wird in der Familie oder auf öffentlichen Plätzen in einer festlichen und fröhlichen Atmosphäre begangen. Von Madrid bis Sevilla ist dies ein unverzichtbarer Moment.

Portugal feiert Silvester mit originellen symbolischen Ritualen. Das Tragen blauer Unterwäsche soll Glück bringen. Um Mitternacht springt man auf einen Stuhl oder wirft eine Münze auf die Straße oder ins Meer, um Wohlstand zu fördern. In Lissabon oder Porto werden die Feierlichkeiten von spektakulären Feuerwerken und Musik bis spät in die Nacht begleitet.

In Deutschland verbindet Silvester Tradition und Fantasie. Ein alter Brauch besteht darin, Blei (oder heute Wachs) zu schmelzen, um anhand der entstandenen Form die Zukunft vorherzusagen. Der britische Sketch „Dinner for One” wird jedes Jahr im Fernsehen ausgestrahlt und hat Kultstatus erreicht. Um Mitternacht werden in allen Städten Feuerwerke gezündet und mit Sekt, dem lokalen Schaumwein, angestoßen.

In Belgien steht zu Neujahr das kulinarische Vergnügen im Vordergrund: Meeresfrüchte, Foie gras, Eistorten und Craft-Biere stehen auf der Speisekarte. Traditionell tragen Kinder am 1. Januar ihren Eltern oder Großeltern Gedichte vor, ein Brauch, der in vielen Regionen noch immer gepflegt wird. Die Atmosphäre ist gemütlich und gesellig, ideal, um das neue Jahr zu beginnen.

Jedes Land in Europa hat seine Besonderheiten. In Italien isst man Linsen, die Glück bringen sollen. In den Niederlanden springt man in eiskaltes Wasser, um den Körper zu reinigen. In Rumänien vertreiben kostümierte Tänze böse Geister. Diese lustigen oder geheimnisvollen Rituale zeugen vom kulturellen Reichtum Europas und bieten schöne Ideen für Reisen mit dem Wohnmobil.
Neujahr in Europa ist viel mehr als nur ein Fest: Es ist ein Mosaik aus Traditionen, bei denen jedes Land auf seine eigene Weise das Ende eines Jahres und den Beginn eines neuen Jahres feiert. Diese manchmal alten, oft unterhaltsamen Bräuche spiegeln die Vielfalt der europäischen Kulturen wider. Mit dem Wohnmobil bietet diese Zeit eine einzigartige Gelegenheit für Entdeckungen und Begegnungen. Warum nicht das neue Jahr dort beginnen, wo man es nicht erwartet?